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Selbstverständlich zog es uns auch dieses Jahr wieder ins schöne Osoppo, zum 14. Rototom Sunsplash. Dieses Jahr war „anders“, aber nicht weniger schön als unsere erste Reise. Sie forderte so einiges mehr. Zeitweise mussten wir uns einem Crashkurs in Sachen Überlebenskunst unterziehen; gezwungenermaßen.
Es hatte einen Hauch eines Survival-Camps, das sich oft am Rande des Spaßes und der Schwelle zu Verzweiflung hin und herbewegte, wie man während des gleich folgenden Berichts feststellen wird. Dennoch war es eine wertvolle, und durch nichts zu ersetzende, schöne Erfahrung. Und es waren 2 wunderbare Wochen!
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen : )


Ich beginne mit dem Anreise-Tag, dem 4. Juli.
In dieser Nacht schliefen wir beide keinen einzigen Moment. Ich hätte mich nie getraut einmal einzunicken, denn wenn ich mal schlafe, bekommt mich niemand so schnell wieder wach.
Ich glaube gegen 3 oder 4 Uhr morgens ging es bei Chris schon los mit der Anreise von Hof nach München. Ich hatte noch etwas Zeit mich zu besinnen und die letzten Sachen in meinen fast 15 kg schweren Rucksack zu packen, bis mich schließlich um 05:45 Uhr mein Onkel abholte, um mich nach München zu begleiten. Durch die lange gefürchteten S-Bahn und DB-Streiks in ganz Deutschland hielt ich es für die sichere Variante mich fahren zu lassen. Außerdem hatte ich so nicht den Stress mit dem umsteigen.
Ich war mächtig nervös, nicht etwa wegen der Reise (ok ein bisschen schon) aber es war mehr der Flug, der mir einen flauen Magen verursachte. Zudem goss es schon die ganze Nacht in strömen und der Himmel sah aus wie ein brodelnder Hexenkessel O.o
Ich hatte ein ungeheures Glück mit der U-Bahn. Nach meiner Reise erzählte mir meine Mutter das 10 min nachdem ich mit der U-Bahn zum Münchner HBF fuhr, genau die Linie ENTGLEISTE !!! und es Stunden dauerte, bis sie wieder betriebsfähig war. Gottseidank wurde keiner schwer verletzt. Aber für mich wäre es eine Katastrophe gewesen; schließlich sitzt man dann im U-Bahn Schacht erstmal fest.
Nun gut, ich kam am HBF an und wartete eine Weile bis ich kurz nach 07:00 Uhr Chris traf. =) Sein Rucksack war sogar etwas schwerer. Wir entschlossen uns anstatt mit dem Airport Bus mit der S-Bahn zu fahren, denn es kam auch gleich eine.
Mal wieder ein unglaubliches Glück gehabt, denn beinah wären wir im falschen Zug gelandet, hätte uns eine freundliche Dame nicht gewarnt, wir müssten gleich umsteigen ^^ wunderbar, und wir wären seelenruhig und ahnungslos ins Verderben gefahren XD bzw wären wir verspätet und hektisch am Flughafen angekommen.
Wir hatten eine gute Zeitspanne zwischen Check In und Flug, die uns am Ende sogar etwas zu lang wurde. Der Check In verlief soweit sehr zügig und problemlos und wir gingen in die Abflughalle, wo wir „Jens“ trafen, der nach China fliegen wird, über Helsinki. Etwas merkwürdig der Typ, aber ganz nett. Das Gesprächsthema war; Naja. ^^ nicht ganz so nach unserem Geschmack.
Als wir zum Flug X3 MUC – VCE aufgerufen wurden, ahnte ich noch nicht, dass dies wohl der schlimmste Flug meines Lebens werden wird. Es war grausam. Das Wetter war die reinste Katastrophe und ich wundere mich, das wir dennoch heil unten ankamen. Das plötzliche Absacken des Flugzeuges, das panisches Geschreie in der Maschine auslöste und für mich zum totalen Super-Gau wurde. Die scheiss unfreundliche Besatzung und diese Boeing was weiß ich was von 541 nach Christus machten das Ganze zu einem Drama. Turbulenzen én Masse. Chris, ich entschuldige mich hiermit für mein Verhalten ^^ aber es ging nicht anders.
Nun gut, wir kamen dann doch irgendwann unten an, und ich konnte beim aussteigen schon die Sonne spüren. Ich liebe es immer wieder, diese schöne heiße Luft und der kurze Klimaschock beim runtersteigen der Treppe! Es war sehr warm in Venedig, NOCH.
Es war 11:30 und wir suchten sofort die nächstmögliche Verbindung nach Mestre auf. Ich hatte erstmal tierische Orientierungsprobleme, höh, was ist das für ein Flughafen, wo müssen wir hin, wie was wo? Und kurze Blackouts, Dejavus und Tagträume waren bei mir ebenfalls an der Tagesordnung. Dies kann aber auch daran liegen, das ich zu dem Zeitpunkt bereits schon sehr lange wach war. Chris sogar noch etwas länger. Wir stiegen in den Bus nach Mestre ein und ich bekam zum ersten Mal die Unfreundlichkeit der Italiener eiskalt zu spüren. Und das wird nicht das letzte Mal sein.
Ebenfalls an den Ticketschaltern möchte man meinen, diese Menschen wurden gezwungen, Fahrkarten zu verkaufen. Man fühlt sich nicht gerade wohl dabei, so unschön behandelt zu werden aber im Laufe der Reise gewöhnt man sich irgendwie dran…
Wir fuhren mit dem nächsten Zug nach Udine, fast 3 Stunden … es schien eine nicht endende Fahrt ins Nirgendwo. Unzählige verlassene Bahnhöfe in der Pampa Norditaliens und das Wetter verschlechterte sich leider wieder zunehmend. Wir saßen in einem weiteren Second Class Zug nach Gemona und über uns machte sich eine Wetterkatastrophe allererster Güte breit. Hagel, Blitz, Donner und Platzregen; und als wir endlich in Gemona ankamen ging erstmal die Welt unter ^^
So hatten wir uns den Start sicherlich nicht vorgestellt.
Nebenbei bemerkt war heute der 4. Juli, 1 Tag zu früh dran, wobei wir uns eigentlich dachten es wäre DIE Idee schlecht hin, früher zu fahren.
Am Bahnhof von Gemona standen schon ein paar Dreadheads rum, und ein paar Taxis. Für 3 € pro Person fuhr uns und andere, ein dicker, vollbärtiger Italiener mit seinem Bus zum Festival. Ein paar Engländer saßen noch im Taxi.
Wir ahnten nicht was uns bevorstand. Als wir ausstiegen verflog die übermäßige Vorfreude und das Gefühl, endlich angekommen zu sein, leider sehr schnell. Unter uns bildeten sich kleine Flüsse und große Matsch/Kies Pfützen die es zu überqueren galt. Wir waren schon jetzt so im Arsch das wir uns wirklich darauf freuten, unser Zelt auf einem sicheren, trockenen Plätzchen unter einem Baum aufzubauen, aber nix da. Ein ebenfalls unfreundlicher Security teilte uns mit, dass das Festival erst morgen Mittag aufmachen wird. Schön. Strömender Regen, schlechte Laune und sinkende Temperaturen …

Wir entschieden uns unter einer Gebüschwand auf dem nebenliegenden Parkplatz unser Zelt aufzuschlagen. Wir beide waren ziemlich mies bei Laune aber beim Zelt-Aufbau funktionierten wir wie ein eingespieltes Team. Der Regen wurde immer stärker und es war unmöglich, das Innenzelt irgendwie trocken zu halten. Auch wir selbst waren so durchnässt das man die Klamotten auswringen konnte. Es war nicht ganz einfach das Zelt aufzubauen, schon gar nicht bei den Wetterverhältnissen, aber irgendwann stand es. Innen drin schwamm alles, als hätte sich ein Monsun in unserem Innenzelt ergossen und wir versuchten das Wasser mit Plastiktellern rauszuschaufeln O.o
Alle Klamotten waren pitschnass, ebenso der Zeltboden und die Decke, die uns eigentlich vor dem vorzeitigen Erfrierungstod bewahren sollte.
Wir schmissen erstmal Musik an und bemerken nach einiger Zeit, dass es sehr… sehr sehr sehr seeeeeehr ………….. einfach MURDER KALT wurde. Ich schwöre, mir war in meinem ganzen Leben noch nie SO kalt. Wir zogen Chris’ Socken übereinander, ich hatte irgendwann glaub ich an die 6 oder 8 Paar übereinander an und 4 Shirts und eine Jacke. Als es Nacht wurde war die Kälte kaum auszuhalten. Für Momente dachte ich, wir würden uns heute Nacht in diesem Zelt den Tod holen. Der Körper kann zwar durch seine eigenen Ressourcen einige Zeit unter solchen Bedingungen weiter funktionieren, fragte sich nur wie lange noch. Vorallem ist es nachts sehr gefährlich wenn man aus Versehen einschläft. Wir stopften uns Zeitungen in die Socken (ich danke Gott dass ich diese vollkommen verblödete Idee hatte, Zeitungen mit nach Italien zu nehmen) und wir versuchten uns gegenseitig zu wärmen. Ich glaube, sonst wären wir ehrlich erfroren.

5. Juli
Die Nacht war sehr lang aber am Morgen wurde man von der unerträglichen typischen Norditalien-Hitze gegen 8 Uhr geweckt. Keine Ahnung wie lange wir geschlafen hatten, oder ob wir überhaupt geschlafen hatten.
Wir packten gegen 11 Uhr unser Zelt wieder zusammen und staunten nicht schlecht, dass der komplette Parkplatz mit Autos und Bussen zugeparkt war.
Vollbepackt machten wir uns auf zum Biglietti Haus und wurden schon wieder gesundheitlich hart auf die Probe gestellt. Wir mussten etwa 3 Stunden in der Hitze, ohne Essen und ohne Trinken in einer Menschenmenge auf die Bändchen warten.
War keine schöne Sache aber wir waren sehr froh endlich freie Auswahl bei der Zeltplatz-Suche auf dem Festival zu haben. Wir entschieden uns für einen Platz unter einem Baum, direkt nach einem Snack Bar Wagen. Zum ersten Mal fühlten wir, angekommen zu sein. Das erste Mal duschen war eine gute Sache und abends erkundeten wir das Gelände, kauften das erste Mal Ganja und wurden ordentlich übers Ohr gehauen, aber was solls.
Wir machten es uns am Holy Groundation hinter einem Baum gemütlich und bewunderten und bestaunten im breiten Zustand überdimensional riesengroße Insekten, die wir so gar nicht kannten. War sehr lustig ^^
Später waren wir einfach zu müde und wir legten uns gleich schlafen.

6. Juli
Am nächsten Tag gings morgens gleich unter die Dusche. Was anderes kann man bei der Hitze eigentlich gar nicht machen.
Das Festival war dieses Jahr viel schöner gestaltet. Es gab einen Platz mit vielen Hängematten, ein neues Dancehall-Zelt und allgemein war es übersichtlicher und bunter. Dennoch gab es viele Kritikpunkte. Die vielen Securities störten sowohl die Festival-Atmosphäre, als auch das Erscheinungsbild. Es sieht einfach nicht gut aus, muskulöse, grimmig schauende, glatzköpfige, nach Schweiss stinkende, zyklopenähnliche Gestalten, marschierend inmitten friedlicher, gechillter Leute zu sehen.
Wir kauften uns äthiopisches Bier, was bei mir ganz schön reinknallte und rauchten den ganzen Tag über, wie immer, sehr viel. Abends verpassten wir Sizzla, der sich aber nicht gelohnt hätte, bei der grottenschlechten Show.
Die Nacht war sehr kalt und wir hätten uns mehr Decken und eine weichere Unterlage gewünscht.

7. Juli
Der 7. Tag war einer der heißesten überhaupt. Die Duschen waren nicht im Stande einen richtigen Strahl Wasser zu produzieren, sondern nur Tropfen, die man sich zuerst in seiner eigenen Hand etwa eine halbe Minute auffangen musste, um sich zu waschen. Schlimm. Heute war ein fettes Picknick angesagt. Im Supermarkt Zelt waren die Lebensmittel leider unglaublich überteuert, aber man hat keine andere Wahl. Wir kauften uns Thunfischsalat, Kräuteraufstrich, Dosenobst und Weißbrot und setzten uns in eine hohe Wiese am Holy Groundation, vor einen Kanal ^^
Die Preise waren dieses Jahr wirklich sehr hoch. Falafel statt 3 Euro nun 4 Euro und auch sonst bekommt man nichts geschenkt. Geld machen wos nur geht. Die einzigen Anlaufstellen für einigermaßen billiges Essen war das Nyahbinghi Tent; dort gab es iTal Gerichte wie z.b. Reis mit Gemüse, Nudeln oder gebratene Bananen (die es dann irgendwann leider nicht mehr gab ^^) und das zu fairen Preisen.
Außerdem sah uns die Pizza-Frau im Supermarkt-Zelt mit zwei vollen Pizzablechs manchmal mehrmals am Tag, denn diese Pizza ist ein Traum. 1,50 Euro pro Stück (sehr große Stücke, zudem) und ein sehr geiler Belag. Da kauften wir dann oftmals gleich 4 Stücke auf einmal.
Ansonsten wirst du überall übers Ohr gehauen, abgezockt und dazu verleitet, Dinge zu kaufen, die du eigentlich gar nicht benötigst. Von gefälschten Lee Perry CDs für 10 Euro bis Armani Brillen, T-Shirts und Uhren … allerdings gab es auch viele Stände die Sachen verkauften, bei denen ich am liebsten alles mitgenommen hätte was angeboten wurde. Afrikanische Figuren, Djembes, Wandtücher, Taschen, Schmuck … und Raucher-Bedarf.
Apropos rauchen: die Ganja Preise dieses Jahr waren das allerletzte. Bis zu 15 Euro pro Gramm, und dazu muss man fast für jeden Krümel auf Knien betteln. Einmal hatten wir unverschämtes Glück, aber mehr dazu später.
Am Abend des 7. Julis sahen wir Junior Kelly auf der Bühne. Ungewöhnlicher Style aber dennoch eine gute, gelungene Show.
Nachts war es gottseidank nicht mehr so kalt.

8. Juli
An diesem Tag war es mal wieder sehr warm. Nach dem allmorgendlichen duschen beschlossen wir, ohne zu wissen das heute SONNTAG ist, uns auf den Weg in den Supermarkt im Zentrum Osoppos zu machen. Tja, war natürlich geschlossen. Trotzdem hatten wir eine schöne Aussicht auf die Berge. Lustige Sache dass sich das Carabinieri Präsidium gleich in unmittelbarer Nähe des Festivals befindet. Fast direkt am Eingang. ^^
Wir freuten uns mächtig auf den heutigen Abend der ganz unter dem Motto DUB stand. Zion Train würden heute auftreten. Wir mussten unbedingt noch etwas essen. Wir setzten uns ins Senegalese Tent, aßen überteuerte Falafel, sauften ein gutes Bierchen und sahen uns ein paar afrikanische Trommler im Zelt an, die dort live auftraten; Leider waren wir etwas spät dran und verpassten den Anfang der Show. Ein mysteriöser Vorfall ereignete sich hinter den verschlossenen Absperrungen in Richtung der Mainstage. Wir wurden unfreundlich zurückgewiesen und konnten somit nicht aufs Gelände. Zu der Zeit waren wir tierisch angepisst dass uns keinerlei Auskunft über den Vorfall (der sich später erst als „einer“ herausstellte) geben wollte und so nahmen wir den Umweg. Nach dem Festival erfuhren wir das wohl eine Messerstecherei von statten ging, die etwas mit geklautem Bargeld von 25.000 € zu tun hatte.
Zion Train war einer der absolut eindrucksvollsten, flashigsten Auftritte die ich in meinem Leben gesehen habe. Es war unglaublich. Die Massive war völlig am austicken als es am Schluss sogar noch eine Raver Einlage gab… einfach nur murdergeil. Ich hoffe es gibt davon bald einen Videostream.
Nach der Show waren wir ausgepowert, tranken einen Crushed-Ice Smoothie und pennten sofort im Zelt ein.

9. Juli
Dieser Tag war eine sprichwörtliche Zerreisprobe für uns, und unser Zelt.
Morgens ging es schon los mit heftigem Gewitter und plötzlichem Temperatur-Abfall. Trotz allem war dies unser offizieller Fresstag, denn wir aßen so viel wie noch nie. Im Shindy Splash Tent chillten wir zu guter oder auch weniger guter Dub Musik.
Am späten Nachmittag nahm das Übel seinen Lauf und das Gewitter wechselte zu einem starken Sturm, der uns die ganze lange Nacht auf Trab hielt. Es war nicht möglich auch nur eine Sekunde zu schlafen. Chris pennte zeitweise mal ein, als unser Zelt dem absoluten Zusammenbruch bevorstand versuchte ich ihn aufzuwecken weil ich dachte, jetzt ist es aus ^^ wir mussten stundenlang das Zelt mit bloßen Händen festhalten, um es halbwegs zu stützen. Der Sturm fegte einige andere Zelte weg. Leider standen wir mit dem Zelt so ungünstig das der Wind immer wieder von der Seite versuchte, es wegzupusten. Ein paar Österreicher hinter uns halfen es am Baum festzubinden. Eine grausame Nacht, aber unser Zelt hielt stand. Die Zeltstangen waren etwas durchgebogen und vorne und hinten etwas gesplittet, sonst aber tip top!!! Nach einer durchzechten Nacht machte uns plötzlich Am… ich weiß den Namen nicht mehr, aber auf jeden Fall ein Bredren Gesellschaft, der uns mitteilte, er wäre alleine und seine Freunde würden schlafen. So luden wir ihn in unseren Palast ein und rauchten, unterhielten uns, und hörten Fantan Mojah auf seinem MP3 Player. Er half uns noch unser Zelt vor der nächsten Sturmböhe zu bewahren und befestigte ein paar Heringe.

10. Juli
Am Morgen gab es nochmal Sturm; das war allerdings das letzte Mal dass es uns fast das Zelt wegwehte
Nach einer faul-rumliege-Session und ein paar Spliffs später, beschlossen wir unsere Klamotten zu waschen. Mir ist es eine Lehre gewesen, niemals mehr fremdes Duschgel das in der Duschkabine vergessen wurde, zum Unterwäsche waschen zweck-zu-entfremden!!! Nächstes Jahr wird ein ganzer Pott „Rei in der Tube“ mitgenommen  der heutige Nachmittag war sehr schön. Wir breiteten vor unserem Zelt ne Decke aus, rauchten, und drehten Jackpot Sound’s Come Ina Di Dance-Mix auf. Später änderten wir unsere Selection into feinstem Hip Hop, was wenige Augenblicke später einen sehr freigiebigen Dealer anlockte, der uns zuerst Gras verkaufte, und dann zu unserer Überraschung n ganz schön großes Stück Shit dagelassen hat. Wir peilten zuerst nicht was er meinte, ob wir das später bezahlen sollten oder ähnliches. Als er dann aber nicht mehr auftauchte, war uns klar dass wir reich beschenkt wurden durch dieses tolle Ereignis kamen wir auf die Idee, uns eine kleine Pipe im Festival Markt zu kaufen, die wir selbstverständlich gleich einweihten ^^
Als es langsam dunkel wurde, wühlten wir uns durch die abendliche Massive, die zwischen Essens-Ständen und Shiva Lounge herumstanden. Mit Lust auf einen Cocktail bestellten wir uns einen „MOJITO“, da der Name so ultracool klang ^^ was uns aber dann in diesem Glas Mojito erwartete, war alles andere als ultracool. Eine glitschige Brühe aus Pfefferminzblättern, Eis, Alkohol und irgendwelchen anderen Sachen, an denen man nicht mal riechen konnte, ohne dass sich die Magennerven zusammenzogen. Wer schon mal seine Zahnpasta gegessen hat, dürfte wissen was ich meine. ^^ Mojito stehngelassen, und an diesem wundervollen lauen Sommerabend Horace Andy aus nächster Nähe live erleben dürfen! Die Show kam mir wie immer sehr kurz vor. Das Publikum war nicht unbedingt das beste; hinter mir stand eine mäßig bis stark angetrunkene Tusse die mich als Haltegriff missbrauchte, um ihre durch Alkohol hervorgerufenen Orientierungsprobleme auszugleichen ^^
Die heutige Nacht war sehr sehr lang, und einfach nur spitzenmäßig! Wir machten uns mit unseren weißen Rags auf, um eine absolut grandiose Dancehall-Session zu erleben. Supersonic & kein geringerer als BUNJI GARLIN heizten mit Soca & Dancehall alles ein… die Dancehall war voll bis zum geht nicht mehr, und wie das bei Soca so üblich ist, musste sich die Massive den Tanzanweisungen von Bunji Garlin stellen  alle Leute nach vorne, nach hinten, und raus von der Halle, wieder rein, wo Zusammenstöße und Quetschungen nicht vermieden werden konnten ^^ war wirklich sehr geil, ich hoffe nächstes Jahr gibt es wieder einen Soca Act!
Total fertig und ausgepowert holten wir uns noch einen Drink und schliefen morgens zu Shiva Chants im Zelt ein.

11. Juli
An dem Tag hatte ich mir keine besonderen Ereignisse notiert, bis auf dass es wieder leicht regnete. Wir sahen eine Weile Fantan Mojah zu. Die Soca Nacht gestern setzte uns gesundheitlich leicht außer Gefecht, sodass man heute nicht mehr viel erwarten konnte! Unser Favourite-Act JAH SHAKA spielte in der Dancehall. Die Lichteffekte waren grandios, Jah Shaka selbst natürlich auch. Ist der Wahnsinn ihn mal live zu sehen… der Mann ist ein Urgestein des Dubs! Sehr magisch … leider spielte er keinen Dub, dafür aber schönen neuen Roots wie Luciano u.a.
Nach nicht langer Zeit machten meine Füße schlapp und ich konnte nicht mehr stehen, worauf wir dann ins Zelt sind, und schliefen. Man merkts halt irgendwann schon in den Beinen, aber ne Nacht Erholung, und dann ist man wieder fit

12. Juli
Den 12. nutzten wir, um das Festivalgelände genauestens zu erkunden. Dies taten wir den ganzen Tag, und natürlich auch ein paar andere Dinge wie Essen kaufen, Ganja kaufen, rauchen und ausruhen :D
Am Abend verpassten wir Beenie Man, den wir aber sowieso nicht sehen wollten.

13. Juli
Wir machten uns am heutigen Tag auf zum wunderschönen Fluss. Man muss eine Weile durch den Wald latschen, bis man zu einer großen Steinbrücke mit Graffitis gelangt, unter der sich eine Art Wasserfall befindet. Der Fluss in Osoppo ist traumhaft, man hat ne super Aussicht auf die Berge…
Am Abend verpassten wir alle Artists. Wir waren einfach zu müde 

14. Juli
Der letzte Tag am Rototom.
Heute trat eine unserer Lieblingsbands auf: Groundation. Ich freute mich tierisch auf die Show, war später aber mega enttäuscht. Sie spielten keins meiner Lieblingslieder, die Massive war gelangweilt und der Auftritt war so kurz, kürzer hätte er nicht sein können. Absolute Enttäuschung…
Später spielte noch Tanya Stephens, die wir uns aber nicht mehr ansahen, sondern nur vom Zelt aus hörten.

15. Juli
Am Morgen stand die Hitze im Zelt. Natürlich versucht man dann schnell nach draußen zu gelangen, was heute aber keinen großen Unterschied machte. Draußen war es heißer als im Zelt! Die Hitze war unerträglich, es war grauenvoll. So heiß war mir im Leben noch nicht. Ich musste mich alle 5 min abduschen gehen und im Schatten sitzen. Der Zeltabbau ging nur schleppend voran… wir machten uns noch einmal auf den Weg um etwas zu Essen zu kaufen, und Ganja aufzutreiben, was sich aber als echte Herausforderung herausstellte. Von einem unfreundlichen Rasta aus dem House of Rastafari bekamen wir dann noch für 5 Euro ein wenig, das grade mal für 2 Joints reichte.
Nach dem zusammenpacken machten wir uns auf zum Rototombus, der uns nach Gemona brachte. Von da aus fuhren wir mit dem Zug nach Udine. Dabei hatten wir unmögliches Glück. Eine Kontrolleurin machte uns darauf aufmerksam das wir das Ticket nicht entwertet hatten, was 50 Euro Strafe bedeuten würde. Zum Glück drückte sie ein Auge zu. Allerdings nicht bei unseren Sitznachbarn, die gar kein Ticket hatten, und somit verdammten Ärger bekamen.
Als wir in Venedig ankamen, holten wir uns erstmal eine Pizza. Venedig ist für uns mittlerweile nicht mehr interessant. Die Stadt ist übersäht von Bonzen und unfreundlichen Menschen. So schnell wie möglich nahmen wir die nächste Fähre zur Insel Lido. Später empfahl uns ein Engländer einen Campingplatz in der Nähe des Busbahnhofes. St. Nicolo. Nichts ahnend brachte er uns dort hin, wir buchten erstmal eine Nacht und bauten im Kampf mit Mücken, Hunger und Durst unseren Palast auf. Meine Haare verfingen sich dann noch sehr unglücklich im Zelt-Reissverschluss ^^
Auf dem Zeltplatz war es unheimlich still … kaum auszuhaltende Atmosphäre, aber sauber war es!

16. Juli
Wir waren schon um 9 Uhr morgens auf den Beinen, da es mal wieder furchtbar heiß war. Die Duschen waren einsame spitze … so gut hatten wir schon lang nicht mehr geduscht danach kochten wir uns Knorr Tütenfressen und latschten durch Lido. Eigentlich eine sehr schöne Insel, allerdings ist so gut wie gar nichts los. Tote Hose.
Zu allererst wollten wir das Meer sehen! Nach einigen Umwegen, durch die wir ausversehen auf einem verbotenen Militärgebiet landeten, an Privatstränden, von denen wir unfreundlich weggescheucht wurden, fanden wir letzten Endes doch noch das Meer. Ich holte mir einen deftigen Sonnenbrand, der die Haut an meinen Beinen aussehen lies wie ein Grillhähnchen das zuviel Sonne abbekommen hatte. Nachmittags chillten wir vor dem Zelt im Schatten zu Hip Hop, und ich verarztete meine Brandwunden ^^
Wir verlängerten unseren Camping-Aufenthalt.
Am Abend fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt, wo wir in einem Straßencafe Salat bestellten, Stencil-Aufkleber an Laternenpfähle und Stromkästen klebten und später im mega überteuerten Supermarkt „BILLA“ einiges zu Fressen kauften ^^ leider sind auch in Lido die Menschen furchtbar unfreundlich, und machen auch nicht davor halt, dir ungenaue, dämliche Antworten zu geben, wenn man im Supermarkt nach Alkopops frägt.

17. Juli
Nach dem täglichen Duschen flackten wir im Schatten auf der Wiese, und kochten eine Schlammsuppe von Knorr (Pilzsuppe mit Reis O.o).
Mein Sonnenbrand wurde schlimmer… in Verbindung mit meiner wunderbaren Mückenstich-Allergie, ist das die perfekte Mischung um im heißen Italien den Tag zu verbringen
Gegen 18 Uhr packten wir unser Zelt zusammen, verließen S. Nicolo mit dem Bus und fuhren Richtung Hafen, wo wir uns ein Ticket für das Boot zum Flughafen kauften. Wieder einmal begegneten wir unfreundlichen, dummen Menschen, aber das war man ja schon gewohnt. Um 20 Uhr tuckerte ein kleines gelbes Boot in den Hafen und wir fuhren 1 Std lang zwischen schreienden Kids, brüllender Hitze und Schwankungen. Wir hören schlechten Raggajungle über meinen Player und kamen dann auch irgendwann am Marco Polo Flughafen an. Durch unseren Hunger zwangen wir uns, 3 ätzende Vakuum-verpackte-Astronauten-Essen-Thunfisch-Ei Toasts mit Gemüse. Auf der Suche nach einer Kippe treffen wir auf einen Amerikaner, der uns ein Plätzchen zeigte, auf dem Menschen auf dem Flughafen übernachten können. Dann trafen wir noch nen Kumpel vom Amerikaner, spielten Fußball und Tennis mitten im Terminal, und bauten uns Betten aus Kartonschachteln auf dem Boden. Es war sehr hell, kalt und ungünstig zu schlafen, aber 2-3 Std waren schon drin.
Um 6 Uhr morgens begaben wir uns zum Check in. Der Flug war sehr angenehm, es gab zum Glück diesmal keine Turbulenzen. Wir sahen sogar die Zugspitze von oben  Mein Gepäck war bei der Gepäckausgabe nicht dabei und für einige Momente verschwunden. Ich hatte schon Panik dass es verloren ging, tauchte aber zum Glück doch noch auf. Ich brachte Chris noch zum Gleis, und fuhr dann zurück nach Geretsried.

Das Rototom 2007 war gut gelungen. Niemals könnte es auch nur einen Funken an Magie und Atmosphäre verlieren, so viele beschissene Dingen auch passieren mögen. Diese unglaubliche Berglandschaft, die Sonne, Freiheit und die Musik, eine perfekte Kombination für einen Platz, ein Dorf, der einer anderen Welt gleicht. Nicht umsonst wird über das Rototom gesagt, es sei ein eigener „Planet“.
Leider: Es waren einige Sachen nicht in Ordnung… ich hoffe das wird nächstes Jahr besser. Trotz allem ist es sozusagen unsere zweite Heimat geworden. Ich liebe das Rototom und uns wird es auch immer wieder dort hinziehen



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